Der Essay “Krisendesign”, 2004 mit dem BF-Förderpreis für Designkritische Texte ausgezeichnet, beschreibt die Krisenhaftigkeit des Designbefindens selbst. Ein ständiges Kippeln, Rudern, die Eitelkeiten und Gewohnheiten des kulturellen Schneeschaufelns. Krisendesign bietet aber auch ungewöhnliche Lösungsansätze für ein Leben inmitten dieser Krisen-Befindlichkeit.
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Kunst und Verpackungsdesign inspirieren sich von jeher. Oft ist sogar mehr Kunst im Weinladen als in der Galerie zu sehen, denn Weinetiketten sind eine typische Erscheinungsform von Kunst an der Verpackung. Der in Berlin lebende Künstler Theo Ligthart aber wollte mehr. Seine eigene kommerzielle Marke im Kunstkontext zu etablieren war das Ziel seines Projektes „Das Korn“. Das Ergebnis des Experiments ist die Premium Spirituose „Theo Ligthart – Das Korn“, ein Doppelkorn höchster Güte, der in den besten Bars der Republik ausgeschenkt wird, aber mittlerweile auch in ausgewählten Kaufhäusern zu beziehen ist.
„Ich möchte mit dem Projekt, als Künstler eine Marke zur Marktreife zu bringen, die Grenzbereiche der Kunst ausloten“, erklärt der in Wien aufgewachsene Niederländer Ligthart, der als bildender Künstler mit seinen Arbeiten in internationalen Galerien vertreten ist. Die Berührungsängste weiter Teile der Kunstwelt mit Marketing und Kommerz sind für ihn auch eine Motivation für sein Marken-Experiment. In der Kunst wird zwar mitunter viel Geld verdient, aber nicht gerne darüber gesprochen.
Zu einer Markenstrategie gehört ein professionelles Verpackungsdesign.
Dass er die Verpackung für den erstklassigen Doppelkorn nicht einfach selbst entwerfen könnte, war Ligthart schnell klar. Verzweifelt über die Frage nach der besten Flasche, fiel im das Schaufenster der Berliner Agentur Kakoii auf. „Ein echter Laufkunde“, bemerkt Thekla Heineke, Creative Director der 2001 gegründeteten Berliner Agentur mit einem Augenzwinkern. Kakoii ist mit Zweigstellen in Berlin und Tokio für internationale Kunden tätig und entwickelt Marketingkonzepte, Kampagnen und Verpackungen.
Soziales Engagement und Kunstförderung gehört nach Meinung von Kakoii einfach ins Portfolio einer zeitgemäßen Designagentur. Künstler wie u.a. Christoph Schlingensief und Institutionen wie der Berliner Volksbühne hat Kakoii schon betreut.
Theo Ligtharts Marken-Experment war deshalb für die Agentur auf Anhieb reizvoll – trotz knapper Kalkulation. Das Mitwirken an diesem Kunstwerk hat sie begeistert, erklärt Heineke. Dem Produkt einen professionellen Charakter zu geben und die Emotionen bei der Zielgruppe anzusprechen war der Part der Agentur.
Bei Kakoii werden aus bloßen Themen Strategien gemacht. Im Fall „Das Korn“ ging es darum, die künstlerische Idee Theo Ligtharts mit den realen, harten Anforderungen an ein Produkt zu verquicken. „Wenn Künstler sich mit Marketing beschäftigen, unterschätzen sie meist die Intelligenz, die in ein Produkt einfließt.“ Künstler Ligthart, der gewissermaßen über Nacht zum Manager einer Spirituosenfirma wurde, war überrascht, wie intensiv die Arbeit an kleinsten Details einer Markenerfindung werden kann.…
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Die Pentawards 2009 sind verliehen, die Jury hat getagt, die Laudatio ist gehalten.
Gewinner des prestigeträchtigsten Preises für Verpackungsdesign sind diesmal eine Kleenexbox und Coladosen. Damit kehrt der Preis vom Wolkenschloss der Champagnereditionen des letzten Jahres in die Gänge des Supermarktes zurück.
„Profi Designer wertschätzen Dinge, die attraktiv, überraschend, neu, einfach und frei von nutzloser Information sind. Kleenex „Slice of Summer“ erfüllt diese Bedingungen rühmlich.“, so die Begründung der Jury des Jahres 2009, für den Gewinner Kimberly Clark (unter Mitwirkung von Food-Illustratorin Hiroko Sanders) mit einstimmigem Votum zum „Best of Show“ ernannte. Die Kleenex-Box als mimetische Melonen-, Limonen- oder Orangenspalte gibt also das Design-Ideal im Krisenjahr 2009 vor.
In der Kategorie „Beverages“ erhielt die Agentur Turner Duckworth eine Platin-Auszeichnung für das Kampagnenmotiv „Summer 2009“ für die herkömmlichen 0.33 Getränkedosen, das den Coca-Cola Schriftzug grafisch in verspielte reduziert-zweifarbige Symbole für den amerikanischen Sommer integriert: Barbeque, Beach und 4th of July.
Wenn man die Signalwirkung der Preisvergabe in Betracht zieht, haben dieses Jahr Zurückhaltung, mitunter sogar die Banalität der Dekoration das Szepter übernommen. Einige Prämierungen werfen beim Publikum die Frage auf, ob die Pentawards als Aushängeschild der Branche mitunter auch zu tief in ihr verwurzelt sind – und ein Design vermittelt wird, dem es als reines Marketingtool mitunter an kritischer Eigenständigkeit fehlt.
Wer also wirklich sehen möchte, was „State of the Art“ im Packaging ist, wer ungewöhnliche Ideen und Packmittel erleben möchte, muss sich dieses Jahr etwas tiefer in den unzähligen Kategorien der Pentawards umsehen. Dort gibt es glücklicherweise einiges zu entdecken. Bei manchen Gewinnern in der Luxuskategorie beispielsweise zeigt sich, dass sich die ästhetischen Merkmale von Luxus nicht nur krisenbedingt verschieben. Für die Märkte in China, Russland, Asien ist eine ganz neue Cross-Cultural Awareness im Design gefragt – das Gespür für die Zeichenwelt anderer Kulturkreise führt zu Entwürfen, die Luxus ganz anders umsetzen als wir in Europa und Amerika gewöhnt sind.
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Alles in allem sind die Pentawards wieder mal größer geworden, es gibt mehr Kategorien und auch mehr Prämierungen. Was den Pentawards für 2010 zu wünschen ist, ist eine transparentere Jurierung. Denn obwohl im Mittelfeld viel Substanz zu sehen ist, verwundert neben den Best of Best doch so manche Prämierung für überkommene Konzepte – oder bedarf Design doch manchmal einer eingehenden Erklärung?
Die Award-Zeremonie fand am zweiten Oktober auf dem Brussels Design Forum statt.
Erschienen im Packreport 10/09

Erster gemeinsamer Rundgang der Berliner Designgalerien
30. September 2009
Einen Design-Galerien-Rundgang hat Berlin wohl noch viel dringender gebraucht als alle anderen europäischen Metropolen. Das hat strukturelle Gründe. Hier machen die langen Wege zwischen den einzelnen Galerien einen Alltagsspaziergang durch die Welt des Designs zu einer relativen Mühsal. Auch existiert hier bislang keine geschlossene Szene, in der Design als ständiger Tagesordnungspunkt präsent wäre. Außerdem lenkt die große Vielfalt des zeitgenössischen Kunstbetriebs von den verstreuten Design-Aktivitäten ab. „Hier ist einfach zu viel los“, konnte man am Wochenende immer wieder auf der Berliner Kunstmesse, dem art forum berlin, hören. Wenn sich schon die bunte Kunstszene selbst beschwert, wird der Kampf um öffentliche Aufmerksamkeit für die Designer zu einem echten Problem.
So lag es nahe, sich das erfolgreiche Gallery Weekend zum Vorbild zu nehmen und einen gemeinsamen Rundgang zu eröffnen. Allerdings hat eine solche konzertierte Aktion die Eigenheit, nicht nur Interesse zu wecken, sondern auch ein Schlaglicht auf die bestehenden Probleme zu werfen. Das Vernetzungspotenzial des Berliner Design-Marktes etwa teilte sich beim ersten Rundgang noch nicht angemessen mit. Das lag nicht nur daran, dass man am Eröffnungstag öfter vor verschlossenen Türen stand. (Offenbar waren die Erwartungen einzelner Galeristen an ein interessiertes Laufpublikum im armen Berlin eher gering ausgefallen und man hätte sich doch lieber unmittelbar mit der kaufkräftigen Zielgruppe umgeben.) Es lag auch am inhaltlichen Programm.
Berlins Image als Hotspot der zeitgenössischen Kunst zum Trotz befassen sich von den acht teilnehmenden Galerien lediglich zwei – die APPEL DESIGN GALLERY und die seit Juni operierende Karena Schuessler Gallery – mit aktuellen Design-Positionen. Selbst wenn man die zeitgleich, jedoch außerhalb des Rundgangs eröffnete Galerie HELMRINDERKNECHT contemporary design hinzurechnet, ist das wenig für einen gezielten Überblick über einen aktuellen Markt. Die Mehrheit der Teilnehmer handelt mit Vintage-Möbeln der 1910er- bis 1950er-Jahre. Blickt man zudem auf die starre Repräsentation der klassischen Moderne in den Ausstellungen, wird klar, dass der Anschluss an heutige Diskurse so jedenfalls nicht herzustellen ist – und sicher auch dem Image der Design-Galerien Berlins nicht dienlich ist.
Für Sammler im klassischen Feld gab es viel zu sehen. Ulrich Fiedler, Hans-Peter Jochum und Clemens Tissi bespielen als erfahrenste unter den Berliner Design-Galeristen das Feld. Fiedler präsentiert passend zum Bauhaus-Jahr erlesene Bauhaus-Devotionalien, z.B. einen mit 38.000 Euro angesetzten Mies van der Rohe-Freischwinger von 1929. Die etwas unnahbare Galerie richtet sich überwiegend an den Meta-Markt der Museen und Institutionen und erwartet übrigens den absoluten Tiefpunkt der Krise im halb-öffentlichen Bereich erst noch, wie Ulrich Fiedler am Rande bemerkt. Sein Konzept ist Exklusivität in aller Konsequenz, auch wenn das der Idee eines Rundgangs zu widersprechen scheint. In Hans-Peter Jochums kleiner Design-Dependance in der Knesebeckstraße hingegen präsentiert sich die Moderne etwas weniger statisch mit modularen Möbeln von Angelo Mangiarotti. Dessen Entwürfe aus den 1950er- bis 1970er-Jahren waren ursprünglich für die Einrichtung von Kindergärten und -zimmern gedacht. Jochum zeigt die hölzernen Modul-Architekturen auf ziemlich kleinem Raum und kombiniert sie mit poppigeren Statements aus Mangiarottis Werk wie Leuchten oder Vasen. Hier geht ein Händler geschäftlich auf Nummer sicher, denn diese Objekte passen sich fast jeder Geschmackslage an.
Als frischer und zugänglicher erweisen sich die großzügigen Räume der schwedischen Galerie Jackson Design in der Lindenstraße, einer Filiale des Hauptsitzes in Stockholm. Mit einer bemerkenswerten Auswahl an eher erschwinglichen Möbeln von Bruno Mathsson (Preise ab 1.200 Euro) bietet die Galerie auch jungen Sammlern einen Anreiz. Zudem wird man hier schwedisch-kollegial bedient. Der Fokus liegt auf Entwürfen, die ihren Auftrag an Funktionalität und Schönheit bis heute erfüllen – es ging und geht um ein volksnahes Verständnis von Design. Regelrecht gewagt wird es dann bei Clemens Tissi, der mit seiner „namenlose Moderne“ betitelten Auswahl Möbel aus der Zeit um 1930 zeigt, vornehmlich Stühle aus Schreinerwerkstätten – pur und konzentriert auf winzigstem Raum. Tissi ist gegen Name-Dropping immun und führt lieber an ungewöhnlichen Objekten vor, wie sich die Handschrift und Ideale der Moderne in eher bodenständigen Produktionen niedergeschlagen haben. Dies zeigt er unter anderem an einem frühen Freischwinger, der noch ganz unbefangen auf das Spiel mit den damals neuen Möglichkeiten der Stahlrohr-Technik eingeht, oder an einem amerikanischen „Westport Chair“, einem Außenmöbel, das in der Konstruktion aus dreieckigen Platten die Logik der Reduktion sucht. Damit beweist Tissi Weitblick, denn gerade in der Krise ist die hier spürbare Lust am Design und der Mut zum Diskurs das richtige Signal.
An ein neues, junges Publikum richtet sich die Galerie Karena Schuessler, die mit ihren ausgesprochen reizvollen großen Räumen und ihrem Programm das Highlight des Rundgangs darstellt. Sie präsentiert die hoch stabilen, mittels Luftdruck aufgeblasenen Metallblech-Stühle des polnischen Design-Talents Oskar Zieta und kombiniert sie gelungen mit Stücken des Architekten Lutz Hüning, der überwiegend leichte Geometrien aus Holz erarbeitet. Schuessler verfügt damit über zwei Talente, die dank eines handwerklich hohen Anspruchs und edler Materialien ohne große inhaltliche Kontroversen Sammlern die gewünschten Wertigkeit bieten. Zudem stellt die Galerie erstmals eine Gemeinschaftsarbeit der beiden Designer vor, einen Tisch mit Holzplatte von Hüning und einem in Zietas Metallblasverfahren hergestellten Fuß, der in verschiedenen Materialkombinationen und Größen erhältlich ist. Damit spricht die Galerie eine Sprache, die in Zukunft wohl von Berlins Design-Szene auch international erwartet wird: kleine Serien, zeitgemäße Konstruktion, doch ästhetisch eher einrichtungskompatibel konsensfähig.
Bei Tilmann Appel, der zweiten Contemporary Design Galerie des Rundgangs, geht es erfahrungsgemäß sehr experimentell zu – so experimentell, wie es in Berlin viel häufiger sein sollte. Appel hat nicht nur die potenten Abnehmer, sondern auch den kulturellen Impact der Arbeiten im Blick. Dennoch bietet er auch für Vintage-Sammler mutige Garniervorschläge. Für den Rundgang hat Appel Hermann Weizenegger ins Boot geholt, der allerdings mit seiner „Digital Couture“ – Möbeln, Leuchten und Objekte, digital entworfen und handwerklich erstellt – als visueller und konzeptueller Overload im Gedächtnis bleibt. Das wird besonders deutlich, wenn man ihm die zeitgleich bei Appel Vintage ausgestellten Arbeiten von Dieter Rams gegenüberstellt.
Die absoluten Newcomer machen ihr eigenes Ding, so die Galerie Helmrinderknecht, die als dritte Contemporary Design Gallery mit einer Ausstellung von Martí Guixé ihre Räume in der Linienstraße einweihte und nur aus organisatorischen Gründen dieses Jahr noch nicht am offiziellen Rundgang beteiligt war. Helm und Rinderknecht eröffneten gleich mit den interessantesten Statements der Galerie, „MARTÍ GUIXÉ Chairs & Fireworks“, auch wenn Guixés Werk etwas müde und längst nicht mehr so provokativ wirkt wie einst. Repräsentant der Schnittstelle von Design und Kunst ist Guixé mit seinen Zeichnungen, Büchern, Feuerwerkskörpern und Stuhlskulpturen aber allemal. Ob die Galerie ihr hohes Niveau halten kann, wird sich bei der nachfolgenden Gruppenausstellung „Vasen“ zeigen, mit Werken von Youngsters wie Tina Röder und Osko & Deichmann. Angenehm, dass manche Galeristen also doch bereit sind, aus der Komfortzone unzähliger starrer „Bauhaus-Moments“ herauszutreten.
Trotz aller Startschwierigkeiten ist dieser Rundgang ein löblicher erster Versuch der Berliner Design-Galerien, Geschlossenheit zu demonstrieren. Momentan aber, so scheint es, spielt man in Berlin noch auf Zeit, die Vernetzung funktioniert erst einmal nur auf dem Papier. Der krisengeschüttelte Markt verlange zurzeit nur Seltenes, sagen viele Vintage-Galeristen und kümmern sich noch intensiver um ihre Stammkundschaft. Wer jedoch in Krisenzeiten allein auf Sicherheit setzt, schmollend den ausbleibenden Käufern eines einzelnen Marktsegmentes hinterherschaut, an dem kann die internationale Entwicklung auch schnell vorbeigehen. Denn Rundgang bedeutet auch in Berlin, die Türen zu öffnen.
Teilnehmende Galerien:
APPEL DESIGN GALLERY: Digital Couture by Hermann August Weizenegger
Galerie Hans-Peter Jochum: Angelo Mangiarotti Objects+Furniture
Galerie für Architektenmöbel: Richard Riemerschmidt – Möbelreform um 1900
Lampedo Kunsthandel: Buffa Parisi Ponti Rava – Italienisches Design der 30er- bis 50er-Jahre
Galerie Ulrich Fiedler: Bauhaus
Karena Schuessler Gallery: Lutz Hüning / Oskar Zieta
Jackson Design: Bruno Mathsson
Clemens Tissi: Namenlose Moderne

http://www.designkritik.dk ist online!
designkritik.dk ist eine unabhängige Initiative, die sich mit Design-Theorie und -Kritik gleichermassen beschäftigt. Die Blog-Plattform soll zeigen, welche Quellen und Formate für Designkritik es in Deutschland (und ggf. auch im Ausland) gibt und welche vielleicht noch fehlen. Die Website gibt Gelegenheit, Artikel, Interviews und Statements zu kommentieren und zu diskutieren.
Das Domainkürzel “.dk” ist übrigens nicht der dänischen Designhohheit geschuldet, sondern ergibt sich aus den Besitzverhältnissen im WWW.
Wir sind weder der Meinung, dass es eine “richtige” Form der Designkritik gibt, noch dass es wissenschaftliche Formate sein müssen, welche Kritik legitimieren. Wir möchten darauf achten, den Leser nicht durch Fremdwortkollonen zu schleifen, – auch wenn dies hin und wieder unablässig sein wird.
designkritik.dk verlinkt, verknüpft, vernetzt: Das Ziel ist, die Theorie des Design zu entstauben und alle Interessierten zu mobilisieren, Design als ein Thema zu behandeln, das mehr ist als nur Form und Objekt.
Begleitend erscheint in loser Folge eine Reihe von designkritischen Texten in der Zeitschrift NOVUM.
Warum werden Maschinen weggesperrt aus unserer Umgebung, um möglichst perfekte Produkte zu liefern? Wie kann sich die Herstellung an anderen Faktoren als einem Plan orientieren? Die Antwort auf diese Fragen ist eine Maschine, die draußen arbeitet und autonom produziert, – allerdings nicht als Technikdenkmal, sondern als sich in die Natur fügende, stille Einheit.
Die Produktions-Installation „The Idea of a Tree“ des österreichischen Designer-Duos MischerTraxler, ist ein seltsame schmuckloses Gestell. Die Maschine nimmt Informationen aus der Umgebung auf und verarbeitet sie direkt in ein Produkt. Angetrieben durch eine Solarzelle wickelt sie einen durch Kunststoff gezogenen Faden, um eine Spulenform. Je nach Sonnenscheindauer und -intensität wächst das Objekt langsam oder schnell und nimmt das Ausgangsmaterial viel oder wenig Farbe auf. Und ähnlich wie die Jahresringe eines Baumes zeigt das Endprodukt Maserungen, Ringe und Wellen, die die Geschichte eines Tages erzählen. Die Maschine beginnt mit der Produktion, wenn die Sonne aufgeht – am Ende eines Tages kann ein neues Objekt „geerntet“ werden.
„Der Ort für „Idea of a Tree“ ist dabei ganz wichtig; wenn die Maschine im Süden steht, sieht das, was sie herstellt, anders aus, als wenn sie im Norden steht“, erläutert Katharina Traxler. Die Hocker und Lampenschirme, die die Maschine zurzeit herstellen kann, sollen bald durch neue Möglichkeiten ergänzt werden, obwohl die Produkte für die Designer nicht ganz so wichtig zu sein scheinen wie der Prozess der Herstellung. „Die Produkte unserer Maschine sind für uns so etwas wie die ‚Souvenirs des Prozesses‘, sagt Thomas Traxler, „obwohl sie auch einen Nutzen haben müssen.“
Die Designer Katharina Mischer (*1982) und Thomas Traxler (*1981) haben erst 2008 ihr Studium „Conceptual Design“ an der Design Academy Eindhoven abgeschlossen und gerade eben ein Studio in Wien eröffnet. Der typisch holländische Einfluss der Universität ist für die Arbeit und die Motivation der beiden prägend. „Im Studium haben wir gelernt, Design nicht nur industriell zu denken, sondern in allen möglichen Formen und Prozessen. Das geht vom Produkt über z.B. Film bis hin zu Systemen, sogar Politik – alle möglichen Formen, Einfluss auf die Umgebung zu nehmen,“ beschreibt Katharina Mischer ihre Erfahrungen. Und Thomas Traxler ergänzt:„Es geht um Denkansätze, das „warum“ hinter einer Idee. Die Objekte sind die Kommunikationsmittel für einen ganzen gedanklichen Prozess.“
Das wird auch in „Real Limited“ deutlich: das zweite Projekt, das wir in Berlin von MischerTraxler sehen, ist eine Reihe von limitierten Design-Objekten. „Limited“ bedeutet in diesem Fall nicht nur wertvoll und selten, sondern wahrhaftig „verschwindend“ und verweist auf das Aussterben von Arten im Tier- und Pflanzenreich. Eine spezielle Mottenart und die seltenen Pilze „Kuehneromyces lignicola“ versetzen MischerTraxler als Memento der verschwindenden Spezies nummeriert und in Originalgröße ins Wohnumfeld. Die Motten gruppieren sich zum Leuchtenobjekt an der Wand, ein Regal aus verrottetem Holz zeigt Pilzbefall aus Metall. Hier geht es nicht nur um die dekorative Wirkung der naturgetreuen Nachbildungen, sondern darum, konkrete Bezüge zwischen Umwelt und Wohnung spürbar zu machen. Der Vertrieb des Regals (über droog) führt einen Teil des Erlöses an ein Projekt des Naturschutzbunds Österreich ab, das sich der Rettung von Wald-Lebensräumen verschrieben hat.
Ob in Industrie oder Galerie, MischerTraxlers Arbeiten stehen für eine ganz neue Art, über Produkt und Umwelt nachzudenken.
Birgit S. Bauer
für DMY Daily 2009
DMY Youngsters Arena, Eichenstraße 4
www.mischertraxler.com

Visuelle Verhandlungen
Der Artikel erschien am 3. Juli 2009 auf Stylepark.com
von Birgit S. Bauer
Das Gesicht der globalisierten Welt ist geprägt von den großen amerikanischen und japanischen Konsumgüter-Marken. In jedem Winkel der Welt kann man Kaffee bei Starbucks trinken, bei McDonalds einkehren und Coca-Cola kaufen. Wichtigster Träger von Markenbotschaften sind Verpackungen, denn der überwiegende Teil der Kaufentscheidungen wird erwiesenermaßen direkt am Supermarktregal getroffen. Der visuelle und haptische Eindruck des Produkts wiegt also schwerer als jede andere Werbeform und ist somit die wichtigste Manifestation der Marke.
Was aber geschieht, wenn Produkte weltweit angeboten werden? Wird durch die Globalisierung das Markendesign immer gleichförmiger? „Nein”, meint Thekla Heineke, Kreativdirektorin bei der Agentur Kakoii, die mit Büros in Berlin und Tokio Unternehmen beim Eintritt in neue Märkte begleitet, „auch international auftretende Markenführer müssen ihr Packaging auf die Spezifika lokaler Märkte abstimmen – das gilt für Premium-Produkte genauso wie für das Billigsegment.”
Das Entwerfen von Verpackungen für fremde Märkte ist für Designer und Kunden ein Lernprozess mit offenem Ausgang. Selbst die strategische Vorarbeit der Marketingabteilung wie Marktforschung und Zielgruppenanalysen reichen nicht aus, um die Spezifika oder Befindlichkeiten einer lokalen Identität vollständig zu kommunizieren. Die meisten Konzerne, die multinational auftreten, beziehen deshalb Designer aus den jeweiligen Zielländern in den Entwicklungsprozess ein, wenn es um die lokale visuelle Sprache geht, oder sie schicken ihr eigenes Design-Team zur Feldforschung in das jeweilige Land. Auf diese Weise werden kulturelle Bildung und Intuition – kurz: „Crosscultural Awareness” – entwickelt. Denn derselbe visuelle Code wird in jeder Kultur anders entschlüsselt. Werden Farben, Formen und Namen schon im jeweiligen Nachbarland anders interpretiert, so funktioniert eine einheitliche Designsprache in weiter entfernten Ländern überhaupt nicht mehr. Global Player verstehen das Geschäft der subtilen Anpassung an den jeweiligen kulturellen Hintergrund besonders gut, indem sie Setting, Packaging und andere Werbemaßnahmen kombinieren. Dabei müssen freilich auch sie anscheinend unvermeidliche Flops im gestalterischen Try-and-Error in Kauf nehmen. Denn oft erfahren die Designer erst über Tests innerhalb des kleinteiligen Zielmarkts, ob die Konsumenten ihr Produkt „verstehen”. „Selbst direkt vor der Markteinführung,” berichtet Thekla Heineke, „werden noch überraschende Missverständnisse aufgedeckt.”
Die Akzeptanz von Verpackungen wird bei den Käufern hauptsächlich von Emotionen gesteuert; die Entwurfsarbeit der Designer nicht minder: „Es werden ziemlich viele Entscheidungen aus dem Bauch heraus getroffen”, erläutert Heineke. Das fängt schon damit an, wie man mit fremden Schriftzeichen umgeht: Diese werden nicht selten so verwendet, wie man glaubt, dass die anderen es machen. Manchmal ist es dann „japanischer” für den Europäer, wenn es „chinesisch” aussieht. Umgekehrt wundern sich die Eurpäer, wenn japanische Typografen mit lateinischen Schriftzeichen arbeiten.
Andere Gründe für fehlgeleitetes Design erklärt die Designpsychologie – etwa , dass die Farbe Weiß in Mitteleuropa oft mit Reinheit assoziiert wird, während in manchen asiatischen Ländern Weiß als Farbe des Todes gilt. Ebenso werden bestimmte Füllmengen und Packungsgrößen mit Zahlen in Verbindung gebracht, die Unglück verheißen. In Japan zum Beispiel werden niemals vier Einheiten zusammen abgepackt, denn die Zahl vier verspricht Unheil. Missverständnisse gibt es aber nicht nur zwischen weit voneinander entfernten Kontinenten; auch innerhalb Europas gibt es ländertypische Design-Sprachen. In Frankreich ist das Verpackungsdesign weitaus verspielter, femininer und weicher als in Deutschland. Das wird schon am Beispiel des Mineralwassers deutlich: Was dort mit Bildern ätherischer Models in Rosétönen beworben wird, präsentiert sich in Deutschland mit kraftvoll donnernden Wasserfällen und der urwüchsigen Natur des Waldes. Im Osten Europas begegnet man hingegen in der Farbwahl neuen Vorstellungen und Maßgaben: „Durch die „orangefarbene Revolution” in der Ukraine 2004 ist die Farbe Orange für das Design nun mit politischer Bedeutung aufgeladen. Genauso ist es in den ehemaligen Ostblockstaaten mit der Farbe Rot, die mit dem Kommunismus in Verbindung gebracht wird.” erklärt Thekla Heineke. Generell steigt in Zeiten des gesellschaftlichen Umbruchs und der Neupositionierung der nationalen Identität die Sensibilität für Farben, Codes und Zeichen. Der russische Markt beispielsweise ist geprägt von einer wachsenden, besser verdienenden Oberschicht, die sich an teueren ausländischen Marken orientiert. „Das führt zu Produkten, für die es in Deutschland keinen Markt gäbe, zum Beispiel einem Premium-Kaffee für russische Männer, der japanisch aussehen soll.”
Auch in Deutschland gibt es spezifische Vorstellungen von gutem Verpackungsdesign. Diese ist in weitaus größerem Maße von historischen Einstellungen beeinflusst, als uns bewusst ist. „Der amerikanische Einfluss nach dem Zweiten Weltkrieg schwächt sich derzeit ab”, sagt Stefan Mannes, Geschäftsführer von Kakoii, „es kommt sogar zu Abwehr- und Gegenbewegungen”. In Deutschland ist die neu definierte Zielgruppe der gut verdienenden „Ökos” derzeit eine der wichtigsten Themen für das Packaging, wird aber im Detail anders als in den Vereinigten Staaten kommuniziert: „Das Thema gesunde Ernährung ist für uns recht neu und besteht auch in einer starken Abgrenzungshaltung gegenüber Fast Food und amerikanischen, lauten, bunten Designkonzepten.” erklärt Mannes. „So kommt es zu den reduzierten, eleganten Entwürfen, die wir in diesem Marktsegment sehen.” Als typisch deutsch bezeichnet Mannes auch das Verlangen nach Prüfsiegeln und Hervorhebungen von Bezeichnungen wie „Bio”. „In vielen anderen Ländern ist die Natürlichkeit der Lebensmittel viel selbstverständlicher und wird auf der Verpackung meist gar nicht herausgestellt.”
Weltweit misst man sich bei Neuentwicklungen im Packaging-Bereich nicht mehr unbedingt an der Vereinigten Staaten und Europa. Wichter für den globalen Stil-Mix sind inzwischen asiatische Einflüsse. „Mit Sicherheit entsteht gerade aus der gestalterischen Zusammenarbeit, aus dem gegenseitigen Interpretieren der Kulturen etwas ganz Neues”, resümiert Thekla Heineke. Dass wir uns,was Vorlieben und Abneigungen angeht, immer ähnlicher werden, kann die Designerin aus ihrer Sicht nicht feststellen: „Jede politische und soziale Verschiebung lässt neue Haltungen zu Farben und Formen wachsen, Design bleibt also immer spannend.” Am liebsten rät Kakoii Kunden dazu, mit mehr Mut in fremde Märkte einzusteigen: „Es gibt in Japan eine Menge Produkte, die sich in Deutschland sehr gut verkaufen ließen, ohne sie anzupassen.”
“Was habt ihr denn gerade so auf der Müllhalde?” In England gehört Milch zu den meist konsumierten Waren überhaupt. Die dort verwendeten 2l-Plastikflaschen landen nach Gebrauch zu 80% auf der Müllhalde.
Die Erfindung einer neuen, umweltfreundlichen Flasche, der „Greenbottle“ wurde in der englischen Provinz geboren: einen Aussenkörper aus Recycling-Pappmaché (ähnlich eines Eierkartons), der einen losen Beutel aus Kunststoff für das Füllgut enthält. Auch der Verschluss ist genial einfach: der Innenbeutel wird durch eine Papptülle gezogen und Außen umgeschlagen. Durch diese Öffnung, die später verschweißt wird, wird der Beutel gefüllt.…
Erschienen im Packreport
Interface bedeutet Schnittstelle, Trennlinie zwischen zwei Welten – heute hauptsächlich die Trennlinie zwischen der dinglichen und der virtuellen Welt. Und diese wird duenner.
Erschienen im Designreport 11/07
Jerszy Seymour – „Amateur furniture“, Galerie kreo, Paris, zu Gast bei Esther Schipper, Berlin. Vom 10. Januar bis 21. Februar 2009
Design ist in den letzten Jahren immer sammelbarer geworden. Nicht nur die Entwürfe der klassischen Moderne, wie die von Charles Eames und Jean Prouvé, erzielen in den Galerien Höchstpreise. Auch viele junge Designer erkennen die Chance und produzieren für einen Editionsmarkt, der bis zuletzt, das heißt bis zur ökonomischen Krise, unablässig wuchs. Noch werden Designmessen gegründet. Noch debütieren klassische Galerien im Hoheitsbereich der angewandten Kunst. Bislang aber kann niemand absehen, ob diese Euphorie von der Rezession ausgebremst werden wird. Oder ist die gegenwärtige Unsicherheit an den Märkten womöglich der Impuls für eine neue Einwanderungswelle der Gestaltung in den Kunstbetrieb? Vielleicht gewinnen dann wieder Konzepte an Einfluss, vielleicht sind dann künftig die Gestalter mit ihren Gegenentwürfen zu künstlerischen Praktiken und Methoden häufiger in Ausstellungen zu Gast? Mehr Konzept und weniger glitzernde Aura wäre eine Rückbesinnung auf die eigentliche Stärke des zeitgenössischen Designs.
Zuweilen jedoch birgt der konzeptionelle Zugang zum Design das Risiko der Banalität in sich. Nicht alle Objekte schaffen es, dauerhaft skulptural zu überzeugen. „Conceptual Design“ gleicht in seinem Ansatz weiten Teilen der Gegenwartskunst seit den 1960er Jahren. Dabei erarbeiten die Designer mit ihren Mitteln Antworten auf zeitgenössische Problemstellungen. Die Resultate haben nichts mehr mit den üblichen Ansprüchen an Funktionalität und Benutzerfreundlichkeit zu tun, obwohl die Beziehung zu Alltagsszenarien und das Verhältnis der Menschen zu nutzbaren Gegenständen die Sujets dominieren. Die Geschichte des ausstellbaren zeitgenössischen Designs wird so zu einer Emanzipationsgeschichte: Die Gestalter befreien sich von Dogmen, Anpassungszwängen und auch einem unreflektierten Rollenverhalten. Designer wie Jerszy Seymour (geb. 1968) zeigen anschaulich, wie wenig dies noch mit klassischen Maßstäben an sein Metier zu tun hat, aber auch, wie wenig sich das Design zu diesem Zweck in „Kunst“ verwandeln muss. […weiterlesen]
Hansjerg Maier-Aichen (Hg.): New Talents – State of the Arts, avedition, Ludwigsburg 2009. 192 Seiten, deutsch/englisch, broschiert, 230 farbige Abbildungen, 20 x 25 cm. Euro 24,90
Dieses Buch ist ein Plädoyer. Es gibt sich zwar als Sammelband, der neue und nicht mehr so ganz neue Talente der internationalen Designszene vorstellt, doch im Grunde geht es hier um etwas anderes. Denn sein Herausgeber, Hansjerg Maier-Aichen, erklärt hierin „offiziell“, warum ein Design, das in Deutschland oft noch keine rechte Anerkennung findet, ein neues Paradigma begründen soll: mithilfe von Entwürfen, die nicht auf eine industrielle Verwertung zielen, sondern eher in einer Art „Open Space“ der Ideen gesellschaftliche Bedürfnisse definieren und illustrieren. Verspielte Formen, neue Gesten und Re-Sampling von Material und Bedeutung sind die Merkmale dieses Neustarts der Designgeschichte.[…weiterlesen]
Autor: Birgit Bauer
Duftige, helle Baumwollvoiles und hölzerne Überseekisten in lichtdurchfluteten Räumen waren das Szenario für den ersten Auftritt des Unternehmens Meta. Am Rande der Mailänder Möbelmesse 2008 stellte das neu gegründete Unternehmen seine erste Kollektion von Möbeln und Accessoires vor. Die Zusammenarbeit mit renommierten Designern wie Tord Boontje, BarberOsgerby, Asymptote, Matali Crasset und Wales & Wales und den – nach Aussagen der Initiatoren „besten Handwerkern der Welt“ – weckte hohe Erwartungen beim anspruchsvollen Publikum.
Der ehrwürdige britische Antiquitätenhandel Mallett, gegründet 1865, steckt hinter dieser gut bewachten Inszenierung. Was die Einzelstücke so wertvoll macht, ist die Art ihrer Herstellung: Handwerkstechniken aus der Zeit von 1700 bis 1800 sowie vom Unternehmen aufwändig rekonstruierte Verfahren und Materialien bildeten die Ausgangsidee für diese „neuen Antiquitäten“. Mallett selbst ist auf Möbel, Uhren und Objekte aus der Zeit Chippendales um 1750 spezialisiert, die in Niederlassungen in London und New York restauriert und verkauft werden. Die Motivation zur Gründung der Tochterfirma Meta liegt wohl in der drohenden Krise des Antiquitätenmarktes und dem sich verändernden Geschmack einer jüngeren Kundschaft. Mit hochwertigen Einzelstücken frischen, zeitgenössischen Designs lassen sich auch Käuferschichten mit „jungem Geld“ ansprechen. Dazu soll Mallett laut Financial Times bisher eine Million britische Pfund in das Meta-Projekt investiert haben. Mit positiven Bilanzen wird in etwa drei bis vier Jahren gerechnet.[…weiterlesen]
Während des Berliner Designfestivals DMY 08 war ich als Gastredakteurin im Team. Take a trip inside the fresh style of the DMY Festival!
Für jeden der 5 Festivaltage gab es eine frische Zeitung randvoll mit News und Facts über die “Youngsters” und “Allstars” auf dem internationalen Design-Meeting.
Gesund werden – Systemdesign fürs Gesundheitswesen
Praxisreform – ein System-Design-Projekt Kasseler Studenten zeigt, wie neue Impulse das Gesundheitssystem beleben können.
Erschienen im Designreport 5/08
Interview mit Altmeister Günter Kupetz zum 40. Geburtstag seines “Perlflaschen”- Entwurfs. Prof. Günter Kupetz, später Nachfolger von Karl Wagenfeld als Chefdesigner bei der WMF in Geislingen, prägte sich mit seinem Entwurf tief in das Gedächtnis der deutschen Alltagskultur ein. Wie in den 1950er Jahren Verpackungsdesign betrieben wurde und was der Meister von heutigen Gepflogenheiten hält, verrät er hier…
Im Gespräch mit Prof. Mike Press (Universität Dundee) erfahren wir mehr über die Gegebenheiten auf der Insel und die Wirksamkeit von Designforschung im gesellschaftlichen Kontext.
Erschienen im Designreport 01/09
Für Artnet.de schaute ich in meine Design-Kristallkugel und sah….
Originalartikel hier auf Artnet.de
Nüchternheit sei nicht, was wir brauchen, schrieb vor Kurzem der Chefredakteur einer britischen Kunstzeitschrift. Die Wirtschaftskrise sei der beste Zeitpunkt für „ehrgeizige Ideen und Visionen“. Das gilt auch für die angewandteren Zweige kreativer Gestaltung. 2009 ist also das Jahr des Krisendesigns, und das ist prinzipiell ein gutes Zeichen. Inhaltlich haben Krisen dem Design immer eher gut getan als Phasen der Dekadenz. Prognosen kann und will momentan keiner abgeben, dennoch sind die meisten Events des Jahres bereits ganz ohne Einschränkungen geplant – und bezahlt. Dabei scheint die Furcht vor dem Niedergang im bodenständigen Gestaltungshandwerk geringer ausgeprägt als im Luxusgütersektor. Auch wenn mancher auf Design-Objekte spezialisierte Galerist bei dieser Feststellung kaum seinen Ohren trauen mag. Magerere Zeiten erwartet aber auch das ganz klassische Auftragsdesign. [weiterlesen]
Wenn Sie in der Schweiz leben, verzehren Sie ja jährlich unglaubliche 11,6 Kilo der süßen Masse. Die Schweizer lieben ihre Schoggi. Auch international steht die Schweizer Bergkulisse mit hübschen braunen Kühen ganz klar für die Qualität der Rohstoffe und die Perfektion, mit der hunderte von Schokoladensorten hier entwickelt werden. Jetzt erschüttert ein Skandal um das Verpackungsdesign des Schweizer
Nationalheiligtums die friedliche Bergwelt. Auslöser war die Neupositionierung der Edel-Schokolade Cailler im Frühjahr dieses Jahres. [weiterlesen]
Erschienen im Packreport 11/2006
Karim Rashid, der Popstar der Designwelt über seine Haltung zu Verpackungsdesign. Im Interview verrät Karim seine Gedanken zur Zukunft des Metiers und seiner Arbeitsweise.
Erschienen im Packreport, DFV
Designer Jerszy Seymour hat in der Ausstellung “Vitra. MyHome” seine Vision eines Umgangs mit der Idee von Bioplastics präsentiert.