Puma Clever Little Bag

Raus aus der Krise, raus aus dem Karton

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Puma Clever Little Bag

Können Sie sich erinnern? Wir schreiben das Jahr 2009. Die Gewinne des süddeutschen Sportartikelherstellers Puma (so wie die von vielen anderen börsennotierten Unternehmen auch) sind um 94% zurückgegangen. Krise! Zeitgleich steht der Gigant mit dem Raubkatzen-Emblem in der Kritik, Mitarbeitern in Zulieferbetrieben in aller Welt schlechte Bedingungen zu bieten. – Nicht nur eine ökonomische Talsohle, sondern auch ein ernstes Imageproblem.

Zurück in die Jetzt-Zeit: 2011 steht Puma mit einem völlig umgekrempelten Unternehmen da. Produktsicherheit für die Verbraucher, soziale Gerechtigkeit für die Arbeiter und ein Nachhaltikeitskonzept, das  unter anderem mit Hilfe des Hamburger Instituts von Michael Braungart (EPEA) erstellt wurde. Die sicht- und spürbare Konsequenz dieses  besonderen Relaunchs ist eine vollständig neu entwickelte und entworfene Schuhverpackung.

Sie steht nicht nur für den neuen Geist des Unternehmens, sondern repräsentiert eine von Grund auf neu durchdachte Logistik. Der gewohnte Schuhkarton ist also weg – und nun? Nun kommt die „Clever Little Bag“, die aus 2 Elementen besteht: Einem inneren Teil aus 100% recyceltem Pappkarton (FSC zertifiziert).Einer Tasche aus 100% Polypropylen Vliesstoff mit bis zu 10% recyceltem Inhalt. Wie man sehen kann, hat das ganze nicht nur einen attraktiven Namen bekommen, sondern sieht auch ziemlich clever aus. Und das kommt nicht von ungefähr. Puma hat mit dem Designer Yves Béhar zusammengearbeitet. Yves Béhar ist Gründer der Kalifornischen Firma fuseproject und hat bereits am Beginn seiner Karriere für Kunden wie Apple, den Mini von BMW, Herman Miller, Birkenstock und auch für Nike schon erfolgreiche Produkte entwickelt. Der Generalist plädiert für ein Design, dass „einen Fuss in der Sphäre des Auftraggebers, den anderen in der Sphäre des Kunden hat“ und so als Brücke fungieren kann. Zu seinem ganzheitlichen Ansatz gehört auch eines seiner bekanntesten sozial engagierten Projekte, der „one-laptop-per-child“, einem Laptop für den Kinder in Schwellen- und Entwicklungsländern.

Für Puma tüftelte das Team ganze zwei Jahre, denn schließlich war die neue Verpackung  Teil eines groß angelegten neuen Unternehmenskonzepts, „PUMA Safe“ das z.B. Transparenz in die Materialflüsse bringen möchte und Schulungen für die Baumwollfarmer in Afrika anbietet, von denen Puma einkauft und nebenbei Visionen und Werte formuliert, die dem veränderten Bewusstsein der Verbraucher Rechnung tragen.

Durch Test in der gesamten Lieferkette 2010 und der geplanten Großeinführung Mitte 2011 kann Puma mit Recht von einem „Clever Process“ sprechen, der zur „Clever Little Bag“ gehört. Das Sparpotential von cleveren Designprozessen ist jetzt nurmehr eine Rechenaufgabe: 65% weniger Karton in der Verpackung = weniger gefahrene Kilometer, getankter Sprit, eingekaufte Rohstoffe.

Der nächste Spar-Clou, so verriet Stefan Seidel, der das Projekt als Global Deputy Head betreut, ist eine neue Falt-Technik für T-Shirts, die die Logistik von Puma erleichtern soll.

Autor: krisendesign

Ich bin Birgit S. Bauer, Designerin, Journalistin, Webworker, Packaging Freak. Ich schreibe hier über Package Design, die Designer dahinter. Materialien, Farben, Kultur und Nachhaltigkeit von Verpackung.

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